In den letzten Monaten habe ich begonnen mich mit den Angeboten von Cloud Service Providern (CSP) wie AWS, Google Cloud Platform und Microsoft Azure zu beschäftigen. Die Planung und der Aufbau von hochverfügbaren und skalierbaren Infrastrukturen in einem klassischen Rechenzentrum gehörte schon seit längerem zu meinem Haupttätigkeiten als Service Manager. Die Ankündigungen der Cloud Provider lassen auf eine schnellere und einfachere Bereitstellung von IT-Infrastruktur hoffen, es war für mich an der Zeit, sich die Cloud-Technologie näher anzusehen.

Im direkten Vergleich der Cloud Provider fällt auf, dass die Services von AWS extrem umfangreich und detailliert beschrieben sind. AWS bietet vielfältige Möglichkeiten, die Services im Selbststudium zu erarbeiten. Beginnend mit übersichtlichen Homepages für jeden einzelnen Service, kann man sich durch Whitepaper, Fallstudien, Videos, Benutzerhandbücher und technische Dokumentationen arbeiten. AWS bietet seine Inhalte auf verschiedensten Plattformen an, so dass es keine Rolle mehr spielt, ob man auf dem Laptop, Tablet oder unterwegs auf dem Smartphone lernen möchte. Natürlich wird auch der Amazon-eigene eReader Kindle unterstützt.

Es geht auch ohne Schulungen

Teure Schulungen sind nicht mehr erforderlich, um Cloud-Technologien kennenzulernen. Erste praktische Erfahrungen lassen sich mit unzähligen Tutorials und Labs ausprobieren. AWS bietet hierfür einen Account mit einem kostenlosen Kontingent an. Man benötigt lediglich einen Computer mit einer Internetverbindung, weitere Investition in Hardware oder Software sind nicht erforderlich und man kann sofort starten, nur der Wille, etwas Neues zu lernen, muss natürlich da sein.

Ich begann, die zahlreichen Dokumente zu lesen und erste Erfahrungen mit dem Free-Tier-Account zu sammeln. Über einen Zeitraum von 6-8 Monaten arbeitete ich mich in die Materie ein und meine Begeisterung für das Thema stieg von Woche zu Woche. Während dieser Phase reifte mein Entschluss, eine AWS-Zertifizierung anzustreben. Aus dem informellen Informieren und Einlesen wurde eine strukturierte Lernaufgabe, die ein klares Ziel hatte, die Zertifizierung als „AWS Cloud Practitioner“. Dabei handelt es sich um die neueste und wohl auch die leichteste Zertifikatsprüfung, für die lediglich die grundlegenden Konzepte von AWS und der Cloud-Technologie erlernt werden müssen. Im Januar 2018 war es dann soweit, die Prüfung konnte ich erfolgreich in einem AWS-Prüfungszentrum absolvieren.

Meine persönliche Zertifizierungsreise war damit jedoch nicht beendet. Die Grundlagen waren nun da, und so vertiefte ich mein Wissen, um im März 2018 die Zertifizierung als „AWS Solutions Architect – Associate“ erfolgreich abzulegen.

Diese Lernarbeit erfolgte parallel zu meinem Vollzeitjob und der Wissensaufbau war für meine aktuelle Tätigkeit nicht essentiell. Trotzdem habe ich viel Zeit und Mühe, um die Zertifizierungen zu bestehen.

Neben einer hohen Lernmotivation und dem klaren Ziel der Zeritifizierung vor Augen, gibt es weitere Aspekte, die mich diesen Weg beschreiten ließen:

Wissensaufbau zu einer neuen Technologie: Cloud Computing bietet einige Möglichkeiten, die man sich nach jahrelanger Erfahrung im IT-Umfeld schon lange gewünscht hatte, die als Nische bereits exisitierte, nun jedoch auch massentauglich geworden ist, z.B. Autoscaling und Serverless Computing.

Jobsicherung: Der Ruf nach lebenslangem Lernen ist allgegenwärtig. Nach 2-3 Jahren ist Spezialistenwissen meist bereits wieder veraltet, die Inhalte aus Weiterbildungen müssen immer wieder aktualisiert werden. Mit aktuellen Wissen erhöht man seine Chancen in der eigenen Firma in spannenden Projekten eingesetzt zu werden. Auch auf dem externen Arbeitsmarkt bleibt man mit frischem Wissen attraktiv.

Neue Anforderungen: Für einen IT-Betrieb auf Basis von Cloud Computing entstehen neue spannende Berufsfelder. Der klassische Admin wird immer weniger gefragt sein, das Berufsbild wird immer mehr Programmieraufgaben umfassen. In nicht allzu ferner Zukunft wird die gesamte IT-Infrastruktur als „Infrastructure as Code“ implementiert sein. Rollen wie DevOps-Engineer oder Cloud Architect werden eine immer größere Rolle spielen und Menschen in Arbeit halten.

Vorbild sein: Das lebenslange Lernen muss ebenfalls erlernt und geübt werden. Durch das Erlernen der Cloud Technologie bin ich Vorbild für meine Kinder und kann fundierte Ratschläge für eine spätere Berufswahl geben (sofern meine Kinder einmal im IT-Bereich arbeiten wollen).

Spass: Nicht zuletzt ist es immer ein gutes Gefühl, etwas zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern. Wobei dies für alle Lernerfahrungen, wie z.B. eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument, gleichermaßen gilt.

Meine Empfehlungen

Welche Kurse habe ich hauptsächlich genutzt? Das beste Material bietet die Plattform A Cloud Guru. Für jedes Zertifikat wird ein eigener Videokurs angeboten, die Plattform bietet monatliche Mitgliedschaften. Wer das nicht möchte, findet die gleichen Kurse auch auf der Plattform Udemy.com zum Einmalpreis. Auch die Lern-Plattform Pluralsight.com bietet verständliche Einführungskurse mit vielen Übungen.

AWS selbst bietet mittlerweile gut verständliche Einführung auf AWS Training & Certification. Zum Selbststudium eignen sich insbesondere die zahlreichen AWS Whitepapers.

Wichtig sind natürlich auch Praxiserfahrungen mit AWS. Da lernen sich die Inhalte fast nebenbei.

Ich wünsche allen viel Erfolg und neue Erkenntnisse beim Erlernen von Amazon Web Services.